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Statements  1985-2009

Vorgänge werden miteinander verknüpft: Das Haptische mit dem Visuellen: Ein Be-Greifen. Gewohntes wird Ungewohnt, Vertrautes fremd: Ein neues Sehen und Wiedererkennen und dadurch Anders-Sehen, verbunden mit einem Kombinieren der Gegensätze ermöglicht Verstehen...
Zusammenhänge werden erst deutlich, wenn man das Einzelne im Ganzen sieht. Nicht einheitlich vorurteilsvolles Sehen ist erforderlich, sondern ein aufmerksames Beobachten, den Dingen auf den Grund gehen, abschalten vom Gewohnten...
Mein Ziel ist, den Betrachter zu verunsichern; ich fordere eine Auseinandersetzung, die tiefer liegt, vielleicht im Unterbewusstsein...
Es ist der Gedanke, der Zufall, das Ziel, das Spiel, das Experiment... es ist die Welt, die wir erleben Gedanken werden verarbeitet, zu Objekten im Schmelzpunkt erstarrt und sind trotzdem lebendig, Interpretationen, neuen Gesichtspunkten, Aspekten unterworfen, ständig im Wechsel, in der Veränderung begriffen...
Ich hab’s gemacht...!                                                                                                    Juni 1982

Ich möchte den Betrachter aktivieren.
Konfrontation, Gegenüberstellung, Betroffenheit, Darstellung der menschlichen Gratwanderung sind sowohl in einer strukturalen, piktogrammartigen Zeichensprache, als auch in figurativ-expressiven Gestaltungen zu erkennen.
Mein Ziel ist, Gefühlslagen, Stimmungen wiederzugeben, die Dimension des Nicht-Greifbaren sichtbar zu machen. Es ist ein psychologisches Konzept empirischer Umsetzungsmöglichkeiten, das Visuelles und Taktiles begreifbar werden lässt.
Gestaltungen werden so eingesetzt, dass bewusst eingesetzte “Störungen” das tastende Auge des Betrachters herausfordern.
Für meine gesamte Arbeitsweise ist bei Anwendung bestimmter Techniken und Fertigkeiten immer entscheidend, dass der Ausdruck, die Aussage vor der Technik steht. Eine übertechnisierte Perfektion, die über rein dekorative Aspekte keine weiteren Inhalte vermittelt, lehne ich ab. Sie lässt Fragen außer acht, die für mich von zentraler Bedeutung sind, Fragen nach der Vermittlung von Aussagen, nach dem “Wozu”, “Warum”, nach Identifikationsmöglichkeiten, nach Zustimmung und Ablehnung, nach Verhaltensmustern von Machen und Konsumieren.
Meine Arbeiten sind Bestandsaufnahmen.
Das Suchen und Finden ist mir wichtig.

Künstlerisches Konzept 1985/86

Realität ist Zufall.

Die Wirklichkeit des Malens ist eine Annäherung an die zufällige Realität. Eine Illusion ist, die scheinbar dargestellte Realität für das zu halten, was sie vorgibt, zu sein.
Realität ist dialektisch.

Bildrealitäten sind vergleichbar mit der Traumsprache, die sich wieder erkennbarer Gegenstände bedient, um dem Träumer Bewusstseinsinhalte zu vermitteln. Erst durch den alogischen Zusammenhang von Wirklichkeitskonfrontationen wird Bewusstsein sensibilisiert für die Wahr-nehmung von Realität hinter der Fassade der Illusion. Die Wahrnehmung von Realität konfrontiert das Ich mit der Außenwelt.
Zeit zerfrisst Realität.

Wahrnehmung und Realität haben immer nur eine Zeit lang Gültigkeit. Wirklichkeit muss fortwährend revidiert, überarbeitet, neu gedacht werden, ist in ständigem individuellem Erneuerungs-prozess verwoben.
Was hat Gültigkeit in der Wahrnehmung?
Nur die Realität.
Zufall ist Realität.                                                                                                               1988

Ich verstehe mich als Realist und bleibe konsequent der menschlichen Figur verhaftet. Diese Prämissen befähigen mich, Gegenwart zu denken, das heißt, dass die menschliche Figur nie zur Kulisse degradiert wird. Die Sinnlichkeit der Figuren ist stets handlungsbezogen, hin auf einen gesellschaftlichen Kontext. Die Figur als Ausdrucksträger ist stets ambivalent.
Eine nicht anschaubare strukturelle Gewalt, latente Gefahren setzen die Figuren in Szene als Befragung der Wirklichkeit und gewinnt in der bildnerischen Reduktion fast zunehmend an Magie.
Existentialistische Kürzel verweisen auf die Totalität der Großstadt, wobei aber nicht der tatsächliche negative Auswuchs, sondern der prekäre, brüchige Substanzverlust, das Verlieren des Seins gezeigt wird:
Einsamkeit, Sprachunfähigkeit, verbunden mit aggressiven Ausprägungen kennzeichnen offenkundige Dissonanzen im gesellschaftlichen Erleben.
Die Körper meiner gemalten Figuren signalisieren die Kluft zwischen individuellem Mensch und Wirklichkeit.

Juli 1994

zusammenhangvonwirklichkeitundabbildungfrageinwieweitwirbereitundinderlasgesinddie wirklichkeitwahrzunehmenundzuerfahrenlichtunddunkelineinergrenzsituationzwielichtimh albrundundandenwändengemäldeinfensternischenderblicknachdraußenistversperrtstühlei mhalbkreisdaruntereinigelichtquellendereigenschattenverhindertundkonzentriertdiewahrn ehmungfarbendiedierealitätverfremdenformendieunsdetailsvondemdraußenermöglichenirr itationunddesorientierungzweifelamwahrheitsgehaltgemäldegebensituationsundbewusstse insbedingtausschnittewiederbegreifenwirdiewirklichkeitdadraußenunddadrinnenunsereph antasieschließtdielückenunserererfahrungwahrnehmungrelativiertdaswisseneingesperrtun dausgesperrtalleingelassendiestilledesraumsunddasgeraäuscheinesstetigfallendenwassertr opfenszeitraumerkenntnisbegreifenwirunseresituationausgelieferteinerüberflutungvonwahr heitenbegreifenwirdierealitätdesraumsindemirunsbefindenwerfenunsereeigenenschattenkr euzundquerzurückbleibenerinnerungenundvorstellungengebanntinfarbenundformenwahrh eitenunsereswissensundunsererphantasietretenwirasudemdämmrigenraumdaslichttrifftuns wieeinschockgeblendetglaubenwireinemtraumverfallenzuseinderraumlöstsichlangsam

multi-media-turm 1996

In meiner Kunst spielt der Schatten eine tragende Rolle. Es wäre für meine Bilder Existenz gefährdend, wenn ich mich von ihm trennen würde. Die kompositorische Strategie meiner in den letzten Jahren entstandenen Landschaften, Akte, Interieurs lebt von den Schwerpunkt setzenden und Form prägenden, komplementär gesetzten dunklen Stellen.
Licht- und Schattenführung scheinen eigengesetzlich Gegenstände zu verbinden, zu überlagern, zu verschränken, geradezu zu zersetzen oder im Dunkel aufblitzen zu lassen. Meine Malerei stellt die Frage, wie es gelingen kann, die Welt wieder zu entdecken und zwar mit dem realistischen und konzeptuellen Anspruch des Wissens um Vergangenheit, um Gegenwart, um Zukunft.
In der Realität der Bilder zerspringt das Bild der Realität. Der Raum wird zur Kulisse, wobei gleichzeitiges Innen und Außen die Empfindung des Fremd-Seins erlebbar macht. Die Wahr-Nehmung gerät zur Irritation.

Licht & Schatten, 2003

Stilbruch.

Malerei ist keine vorgegebene Größe, auch wenn ganz bestimmte technische Komponenten (wie Bildträger, Malmaterial, Werkzeug u. dgl.) dies vorzugeben scheinen.
Das Geheimnis der Malerei - die schon oft tot gesagt, aber nicht tot zu kriegen ist – liegt in der Geschichte des Menschen und seiner „Wahr – Nehmung“ begründet.
Um das Entstehen meiner Malerei zu charakterisieren, sind Sichtweisen, Standpunkte, Gefühls-assoziationen, Ereignisse usw. von Bedeutung, die meinen Gefühlen von Wirklichkeit in dieser Welt Ausdruck verleihen. Die Welt in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist nie eine einheitliche Konstante und gerade deshalb so schwer zu interpretieren, bedenkt man die vielen „Brüche“ in der Wahrnehmung des „Schönen“ und zugleich „Schrecklichen“.
Die Geschichte der Malerei, die visuelle Kommunikation und Wahrnehmungspsychologie mit der ich mich auseinandersetze, befindet sich in ständiger Interpretation der Moderne, dem Jetzt, den Tagesnachrichten, meiner Wahr–Nehmung. Aus dieser komplexen Gleichzeitigkeit  entstehen Gemälde

- aufgrund wohltuender Stille.
- aufgrund bleierner Müdigkeit.
- durch Nähe und Ferne in der Nähe.
- durch das Finden während des Suchens.
- durch die Vorstellung von Bildwirklichkeit.
- durch die Darstellung und den Leer-Raum.
- aus Angst vor der Leere oder der Überfüllung.
- aufgrund von Gesagtem und Nicht-Gesagtem.
- durch Schweigen bei gleichzeitigem Geschwätz.
- aus der Bedeutung von Zwischenräumen heraus.
- während des Gedankensturms bei der Umsetzung.
- mit Hilfe von Anknüpfungspunkten oder durch Loslassen.
- aufgrund von Ereignissen des Tages oder Nachtausflügen.
- durch das Fühlen der Dunkelheit oder des flutenden Lichts.
- aufgrund überdrehter Höhenflüge oder abgedrehter Sturzflüge.
- aufgrund von Eiskristallen und Sandkörnern zwischen den Lidern.
- durch das verebben des Lichts und der Vorherrschaft der Schatten am Abend.

Farbe, Form, Struktur sind die Eckpfeiler dieser Arbeit.                        2009

Männlicher Akt, 1988-100

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